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Jahreshauptversammlung

Konkurrenz kostet Blaskapelle Auftrittsmöglichkeiten

Jahreshauptversammlung beim Musikverein Rothtal Horgau

Ein Bericht von Flügelhornist Michael Siegel

Horgau (gel). Sorgen beim Musikverein Rothtal Horgau: Zwar konnte auf der Jahreshauptversammlung eine vorwiegend positive Bilanz gezogen werden, dennoch sprach Vorsitzender Franz Christ auch zunehmende Probleme für die Musiker an. Immer mehr Plattenpartys mit Discjockeys oder Festabende mit Showbands landauf landab kosteten die Blaskapellen, auch jene aus dem Rothtal, begehrte Auftrittsmöglichkeiten. Und trete der Verein selbst als Festveranstalter auf, machten vor allem aktuelle Jugendschutzbestimmungen den Verantwortlichen das Leben schwer. Horgaus Bürgermeister Thomas Hafner, alle Jahre Gast auf der Versammlung, warb angesichts zunehmender Auswüchse um Verständnis für wachsende Bürokratie für Festveranstalter und für mehr Kontrollen wegen des Jugendschutzes. Es erfülle auch ihn gleichwohl mit Sorge, wenn Vereinsverantwortliche, die sich mit Strafandrohung bis hin zur Haft konfrontiert sehen, zögerten, noch Feste zu veranstalten. Hafner sprach den Musikern Mut zu, lobte ihre Leistungen über das ganze Jahr und dankte für viele Stunden guter Unterhaltung.

Der Blick auf die Vereinsstatistik seitens des Vorsitzenden zeigte, dass der Musikverein Rothtal aktuell 300 Mitglieder zählt, darunter 65 Musikanten. Christ nannte neben den nach wie vor großen Anstrengungen des Vereins um die Nachwuchsförderung auch den Ausbau eines zusätzlichen Probenraumes als wichtiges Zukunftsvorhaben. Im Untergeschoss des kombinierten Bauhofes/Feuerwehrhauses/Musikerheimes werde derzeit ein etwa 100 Quadratmeter großer Raum ausgebaut, der vor allem für Gruppenproben oder als Übungsraum für Bands dienen könne.

Vereinskassierer Thomas Christ musste ein Jahres-Minus von über 2000 Euro vermelden, was der Verein jedoch aus Rücklagen noch kompensieren konnte. Schriftführerin Silvia Klein ließ das vergangene Jahr detailliert Revue passieren. Sie berichtete von insgesamt 102 Aktivitäten wie Proben, Ständchen, Konzerten oder geselligen Zusammenkünften. Jugendbeauftragte Angelika Unger führte aus, dass der Jugendkapelle des Vereins derzeit 19 Musikanten angehören – diese gestalteten die Hauptversammlung unter ihrer Leiterin Brigitte Wiedemann auch musikalisch. Obwohl der Klangkörper erst seit September zusammen musiziere, seien bereits zahlreiche Auftritte erfolgreich absolviert worden. Wolfgang Dippold, Dirigent der Stammkapelle, wies in seinem Bericht vor allem auf die Probenarbeit für die bevorstehende Teilnahme am Wertungsspiel im Mai in Gessertshausen hin. Der Probenbesuch von 80 Prozent bewege sich im langjährigen Schnitt, werde allerdings leider nicht gleich zu Beginn der Übungseinheiten erreicht.